-Shintenchikaibyakushudan- Zigzag - Shikiri ga kirai

review - 21.02.2017 05:00

Von bösen Bandmitgliedern und Abtrennungen im Livehouse: Zigzag legen mit ihrem zweiten Mini-Album nach und JaME hat für euch selbstverständlich reingehört.

Künstler: -Shintenchikaibyakushudan- Zigzag
Titel: Shikiri ga kirai (仕切りが嫌い)
Typ: Mini-Album
Stil: Visual Kei
Veröffentlichung: 22.07.2016
Wertung: 8 / 10

Trackliste:
1. Shikiri ga kirai (仕切りが嫌い)
2. Urameshiya -hyakkiyakou- (怨めしや〜百鬼夜行〜)
3. Masshou (抹消)
4. Tochi kurutteru (トチ狂っテる)
5. Warui nowa bandman (悪いのはバンドマン)
6. Shinde hoshii (死んでほしい)


Nur drei Monate, nachdem das erste Mini-Album Zigzags unter dem Namen "Tsunagaritai" das Licht der Welt erblickte, steht mit "Shikiri ga kirai" auch schon der zweite Ableger des Trios im Haus. In Anbetracht der Lage, dass Zigzag sich momentan schon wieder in einer zweimonatigen Single-Kampagne befinden und damit auf vier veröffentlichte CDs im Jahre 2016 zurückblicken, entwickelt man jedoch schnell eine gewisse Skepsis gegenüber der Qualität solcher Outputs. Auf der anderen Seite konnte mich "Tsunagaritai" aber auch voll und ganz überzeugen, sodass das neugewonnene Fanherz nichts gegen frischen Stoff aus der Presse einzuwenden hatte. Denn auf "Shikiri ga kirai" treibt nicht nur die live-limitierte Single "Warui nowa Bandman" ihr Unwesen, sondern auch ein aus vier neuen Lieder bestehendes Rudel an neuen Versuchungen. Ob diese allerdings tatsächlich für eine Belebung der Geschmacksknospen sorgen oder sich doch nur als Mogelpackung herausstellen, haben wir von JaME für euch herausgefunden. Wer zuerst wissen will, was wir von der Debütplatte des Trios halten, kann einfach einmal hier klicken.

Dass Zigzag gerne mal gegen den Strom schwimmen, dürfte inzwischen bekannt sein und wem "Tsunagaritai" mit zweieinhalb Minuten Laufzeit noch zu lang bemessen war, dürfte sich über das nicht einmal zwei Minuten lange "Shikiri ga kirai" so richtig freuen. Kürzer geht einfach immer bei dem Jungs aus Osaka. Deshalb hat man das Lied für das "Lyric-Video" einfach auf 40 Sekunden zusammengequetscht, was den Jungs und ihrem Hang zur Konvention-Rebellion sicher das ein oder andere anerkennende Nicken sichern konnte. Allerdings verdienen sich Album wie Opener dieses auch redlich. "Shikiri ga kirai" ist nämlich eine einzige Zurschaustellung Zigzags musikalischer Qualität und überzeugt nicht nur mit einer erfrischenden Songstruktur und einem Helium atmenden Mikoto, sondern singt so schamlos über die Zustände im Visual Kei, dass es eine wahre Freude ist. Diese beeindruckende Selbstironie schimmert immer wieder durch, der eigentliche Star ist aber die neue musikalische Fokussierung des Zweitwerks.

Zigzag verzichten dieses Mal gänzlich auf streitbare Kompromisse wie dem Dubstep-Ausflug in "Akuryo taisan" und konzentrieren sich mehr auf wenige, dafür aber gut ausgearbeitete Momente. So zum Beispiel die ansteckende Zombie-Dance-Melodie im zweiten Song "Urameshiya -hyakkiyakou-" oder das präzise krachende Riff des Rockers "Tochi kurutteru". Diese avancieren schnell zu den Markenzeichen der jeweiligen Songs, jedoch ohne den Rest zur schnöden Beilage verkommen zu lassen. Denn wie schon auf dem Vorgänger ist fast jede Note ein Genuss, jeder Refrain ein melodisches Highlight. Und das obwohl ebendiese einmal mehr eine gewissen Einarbeitungszeit benötigen. Wer jetzt aber Angst hat, dass Zigzag auf die wilden und brutalen Momente "Tsunagaritai"s verzichten, kann beruhigt sein. Zwar präsentiert sich "Shikiri ga kirai" tatsächlich melodischer als der Vorgänger, verzichtet aber keineswegs auf brutale Break Downs wie im schon jetzt als Live-Set-Klassiker erkennbarem "Masshou".

Und für alle, denen das nicht genug ist, gibt es immer noch das schon bekannte "Warui nowa Bandman", welches wie ein Überbleibsel der "Tsunagaritai" klingt. Obendrein stimmt dieser perfekt auf das abschließende "Shinde hoshii" ein, welches die erste richtige Ballade im Repertoire der Band darstellt. Die ehemalige B-Seite der vorher erwähnten Single, stellt mit ihrem verträumten und bewegten Naturell einen perfekten und befriedigenden Abschluss des Werkes dar und beweist einmal mehr Zigzags Talent für tolle Melodien. Ein würdiges Ende. Wenn man nur nicht ohne Umschweife verzweifelt auf die Replay-Taste hämmern würde, um so tolle Lieder wie "Masshou" und "Tochi kurutteru" gleich nochmal hören zu können. Sogwirkung ist hier das Stichwort, welches man in Zusammenhang mit Zigzag fast inflationär verwenden könnte. Zu dieser steuert dieses Mal auch die deutlich stärkere Produktion bei, welche endlich dem Anspruch der Band gerecht wird. Einziger Negativpunkt ist nur die spürbare Reduzierung der traditionellen Instrumentation. Immer noch vorhanden, wirkt diese nun deutlich unauffälliger als noch auf "Tsunagaritai".

Fazit: Das fällt überraschenderweise aber kaum ins Gewicht, denn "Shikiri ga kirai" stellt trotzdem ein großartiges Zweitwerk dar, welches mit tollen Melodien und fantastischer Atmosphäre aufwarten kann. "Shikiri ga kirai" ist eine CD, welche mit jeder Umdrehung weiter wächst und neue Details offenbart. Das Zigzag obendrauf noch den Mut besitzen, die doch oft sehr heftig und empfindlich reagierende Fanbasis immer wieder zu kritisieren und ihr den Spiegel vorzuhalten, ist ebenso hervorzuheben wie die Tatsache, dass das Trio sich keinen einzigen Aussetzer leistet. Daher spreche ich guten Gewissens eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für jeden Visual-Kei-Fan aus! Hört rein und lasst euch in Zigzags Bann ziehen.

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