MIYAVI - Fire Bird

review - 15.05.2017 06:00

Viel Lärm um nichts oder Krach mit Methode?

Künstler: MIYAVI
Titel: Fire Bird
Typ: Album
Veröffentlichung: 31.08.2016

Tracklist (Wertung von 1 – 5 Sternen):
1. Another World **
2. Fire Bird ***
3. Dim It (feat. Rosie Bones) ****
4. Raise Me Up ***
5. You Know It's Love ****
6. Afraid To Be Cool ****
7. She Don't Know How to Dance ***
8. Steal the Sun ****
9. Long Nights *****
10. Hallelujah ****
11. Epic Swing **


MIYAVI ist einer der erfolgreichsten Sologitarristen aus Japan. Zuletzt konnte er sich abseits der Musik internationale Aufmerksamkeit, durch seine Rolle in "Unbroken" und einem kleineren Auftritt in "Kong: Skull Island", sichern. Das im August 2016 erschienene Album "Fire Bird" bleibt davon gänzlich unbeeindruckt und lässt sich relativ schnell beschreiben: Lauter Synthie-Pop mit stark verzerrten Electro-Clash.

Gerade mal fünf Wörter stehen dem Eröffnungstrack als Lyrics zur Verfügung und werden gnadenlos in über vier Minuten wiederholt. Als instrumentales Opening mag "Another World" noch funktionieren, lässt aber schon durchblicken, was das Album bereithält - Pop Songs die mal gut und weniger gut umgesetzt wurden. Die Singleauskopplung "Fire Bird" ist quasi das beste Beispiel dafür. So ist es diesem Track, mit einem einfachen Tempowechsel gegen Ende, einem treibenden Beat und einem unwichtigen Text, dennoch möglich gut zu unterhalten. Dieses Rezept wird konsequent beibehalten. Selten geht MIYAVI über zwei Riffs hinaus. Die Gitarrensolos sind ebenso einfach gehalten.

"Dim It (feat. Rosie Bones)" bringt durch den weiblichen Gesangspart den Hauch von Abwechslung. Der Track kann aber nicht darüber hinwegtrösten, dass auch bis und nach "You Know It’s Love" kreative Kompositionen Mangelware bleiben. Das Tempo wird für "Steal the Sun" mit Hilfe eines Chorus einmalig gedrosselt, um die wohl besten Songs von "Fire Bird" einzuleiten.

Wenn man mit diesem Album noch nicht warm geworden ist und den mangelnden Inhalten der Textephrasen nachtrauert, dann sollte man spätestens mit "Long Nights" anfangen, das Album so zu genießen, wie es angedacht ist. MIYAVI möchte unterhalten, ohne schwermütig Problematiken zu thematisieren. Wenn der Vorgänger "THE OTHERS" diese musikalische Tendenz schon angekündigt hat, wird mit "Fire Bird" mehr als deutlich ein Ausrufezeichen dahinter gesetzt. Nachdem "Hallelujah" einen großartigen Livesong zum Mitsingen darstellt, ist der instrumentale Ausklang mit "Epic Swing" allerdings nur noch laut kratzendes Beiwerk.

FAZIT: "Fire Bird" ist ein kurzlebiges Abenteuer. Dieses Album lebt von der einfachen Form der musikalischen Unterhaltung. Es könnte auf jeder Party gut doppelt unbemerkt durchlaufen. Eine Empfehlung geht an die Hörer, die ohnehin viel Freude an Synthie-Pop haben. Eingefleischte MIYAVI Fans seien vorsichtig gewarnt. Denn dieser Stil ist so laut und verzerrt, dass man den einstigen Tausendsassa stellenweise fast nicht erkennt. Doch der internationale Mainstream sollte ihn für dieses Album eigentlich feiern.
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