KUROYUME - Guernica (TYPE-B)

review - 08.06.2014 06:00

Erste Single des Doppelreleases im Dezember 2013

Künstler: KUROYUME
Titel: Guernica (TYPE-B)
Typ: Single
Release: Dezember 2013
Stil: Punk / Rock
Bewertung: 8.8 / 10


Tracklist:
01. Guernica
02. CALLING

DVD-01: 13 new ache (Live at Zepp Divercity 20130906)
DVD-02: White Lush Movie (Live at Zepp Divercity 20130906)
DVD-03: BARTER (Live at Zepp Divercity 20130906)


Long long time ago, I can still remember, how the music used to make me smile... So in etwa kann man die Beziehung zwischen mir und der Musik von KUROYUME beschreiben. Nachdem sie sich 1999 in eine "indefinite" Pause verabschiedet hatten, war kaum daran zu glauben, dass je neues Material von dem zweifellos sehr einflussreichen Duo kommen würde. Nun ist es aber so weit. Gut, der geneigte Fan wird sagen: "Junge, da gab es schon ein paar Releases seit deren Comeback!" Ja, aber keines von den Releases hat es bisher in meine Sammlung geschafft, weil ich die Band schlicht und ergreifend nicht mehr auf dem Radar hatte. Abgesehen von deren Live-Aktivitäten. Da bin ich mal gespannt, was mich erwartet.

"Guernica" beginnt zunächst mit Synthesizern und erinnert ein klein wenig an die Anfangszeiten der Band, und dem damaligen Goth-Rock. Hier ist aber alles deutlich sauberer produziert und geht auch schnell in griffigen Rock über. Der eher gemächliche Gesang will nicht so recht zu den kraftstrotzenden Riffs passen, die immer wieder durchscheinen. Aber die musikalische Untermalung während der Strophen trifft irgendwie doch genau den richtigen Ton. Der Refrain ist für KUROYUME Verhältnisse sehr epochal und könnte gut aus ihrer frühen Major Phase stammen, als sich die Band dem Pop zugewandt hatte. Und kaum dass man sich daran gewöhnt hat, kommt eine reichlich experimentelle Bridge die wieder im Goth-Rock wildert. Alles was danach noch kommt ist ein Mix der bisher erwähnten Komponenten. Es ist kein typischer KUROYUME Sound, wie man ihn sich aus der späten Neunzigern in Erinnerung behalten hat. Und irgendwie weiß man nicht so recht, ob der Produzent mit dem zu sauberen Klang den Song nicht ein wenig der Seele beraubt. Aber es klingt trotzdem gut.

Und kaum das man sich ein wenig beschwert hat, liefern die Jungs mit "CALLING" genau das worauf man gehofft hat: Einen feinen Punk-Rock-Song. Obwohl größtenteils auf Englisch gesungen, versteht man ohne das Booklet aber trotzdem kaum ein Wort. Das ist Kiyoharus Königsdisziplin, und so soll’s sein. In der zweiten Hälfte kommt noch zur Abrundung ein leicht psychedelisches Gitarrensolo dazu, was dem Song noch mehr Rotzigkeit verleiht. Da stört es auch nicht, dass der Song nach etwas mehr als drei Minuten schon vorbei ist. Warum auch, wenn es ein klassischer Punk-Rock-Song ist!

Kommen wir nun zur Kür, dem DVD-Bonus. Wer sich nur TYPE-A gekauft hat, muss sich wohl damit vertrösten, dass der einzige richtige Bonus seiner DVD das Making-of zum Titeltrack ist. Natürlich unter der Voraussetzung, dass er das Album kauft. TYPE-B hingegen glänzt mit einem Livemitschnitt aus dem ZEPP Diver City in Tokio.

"13 new ache" zeigt gleich von Beginn an, wo die Band anno 1999 aufgehört hatte. Eine kraftvolle Liveperformance mit sehr punkiger Atmosphäre, Kiyoharu mit Kippe in der Hand und einem Publikum das abgeht wie Schnitzel. Tolle Bildqualität gibt’s obendrauf. Der Song nimmt zum Ende hin nochmal so richtig Fahrt auf und endet fulminant. Ein Song, bei dem man merkt, dass es keine fade B-Seite ist, sondern als Livematerial einiges taugt. "White Lush Movie" ist sehr experimentell geworden. Growls zur Einleitung, treibender Beat und doch recht gemütlicher Gesang. Seltsame Kombination die aber durchaus zu gefallen weiß. Der Instrumentalpart zur Mitte des Songs trägt seinen Teil dazu bei. Zum Abschluss gibt es dann noch den Klassiker "BARTER" bei dessen Ankündigung das Publikum noch mal eine Schippe wilder abgeht. Für den Song entledigt sich der Sänger sogar extra seines Mantels, den er in den zwei vorherigen Songs zur Schau trug. Obwohl er sich nun etwas weniger bewegt als zuvor, weiß der Sänger trotzdem, wie er schon mit kleinen Gesten die Menge noch weiter aufheizen kann. Hitoki und die Gastmusiker runden das Ganze dann mit ihrem dezenten aber doch kraftvollen Auftreten noch ab. Das "Thank you", das der Sänger am Ende ans Publikum richtet, bestätigt die immer mehr aufkommende Vermutung, dass hier eine der Zugaben des Konzerts dargeboten wurde. Das erklärt auch, warum das Publikum schon so gut vorgewärmt war. Da bleibt nur noch eines zu tun: Tickets kaufen und ab nach Japan, um das nächste Mal selbst in der Halle zu stehen.


Fazit:
Kann man noch mehr Lobhudelei betreiben als ich es schon im obigen Text gemacht habe? Gut, "Guernika" hat ein paar kleine Schwächen. Aber die macht die B-Seite mehr als wett. Und das Bonusprogramm auf DVD allemal. Für KUROYUME Fans, absolute Kaufempfehlung. Für die die es noch werden wollen, aber keine 1890 Yen locker haben, empfiehlt sich wohl auch die normale CD-only Version, gleichwohl dort eine andere B-Seite zu haben ist. Ohne Vorahnung habe ich zu Beginn der Review genau das richtige Lied ausgegraben, denn KUROYUME haben die erste Strophe wohl im Hinterkopf gehabt, als sie diese CD fabrizierten ...and I knew, that if I had a chance, I could make those people dance, and maybe they’d be happy for a while. Wie wahr.
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