MAN WITH A MISSION live in Bochum

konzertbericht - 19.01.2016 05:00

Kurz nach dem Release ihrer sechsten Single "Raise your flag" brachen die sechs Wölfe von MAN WITH A MISSION nach Europa auf, um Zebrahead auf ihrer Europatour zu unterstützen.

Knapp 30 Minuten vor Einlass war die Anzahl an Fans vor der Bochumer Matrix noch sehr überschaubar. Obwohl es ein wohlbekanntes Phänomen bei Zebraheads Shows ist, dass sich der Großteil der Fans erst kurz vor dem Einlass vor den Türen einfindet, war es doch sehr erstaunlich, dass erst so wenige Leute anwesend waren. Gerade wenn man bedenkt, wie berühmt MAN WITH A MISSION in Japan sind. Tatsächlich befand sich unter den wenigen Leuten auch eine kleine Gruppe von Japanern, welche die Chance genutzt haben, MAN WITH A MISSION in solch einer kleinen Location erleben zu dürfen.

Pünktlich um 18 Uhr begann der Einlass, der dank des zuvorkommenden Personals sehr schnell und geordnet ablief. 30 Minuten später war der Club auch schon überraschend gut gefüllt. MAN WITH A MISSION waren an diesem Abend die erste von insgesamt drei Bands. Zwischen den Leuten konnte man bereits vor dem Start der Show die ersten Fans mit einem T-Shirt der Wölfe ausmachen.

MAN WITH A MISSION starteten ihre Show pünktlich und " Fly Again" sollte der erste Song des Abends sein. Als Starter war dieser Song keineswegs perfekt, was die sehr zurückhaltenden Besucher merkbar widerspiegelten. Letzten Endes konnten sich doch ein paar Fans dazu aufraffen, mitzuklatschen und die Band anzufeuern.

Im Mittelpunkt standen Tokyo Tanaka und Jean-Ken Johnny, der tadellos auf seiner E-Gitarre spielte und Tokyo Tanaka mit seinen Background-Vocals unterstützend zur Seite stand. Diese beiden und DJ Santa Monica hatten demnach die stärkste Bühnenpräsenz, während Bassist Kamikaze Boy und Drummer Spear Rib leider etwas verhalten und unauffällig waren. Auf der Bühne war ein zusätzlicher Leadgitarrist, welcher bloß eine Weiße Maske trug und seine Akkorde unauffällig im Hintergrund vor einem Laptop spielte. Dieser integrierte sich perfekt in die Gruppe und das Bühnenbild und war alles in allem eine einfache, aber doch sehr elegante Lösung, um das volle Live-Erlebnis mit zwei Gitarren aufbringen zu können.

Der zweite Song des Sets war "database", einer der bekannteren Songs der Bands, welcher unter anderem als Opening des Anime Log Horizon genutzt wurde. Ein paar Besucher schienen den Tracj zu kennen, so waren die Singalongs schon deutlich lauter und noch mehr Fans konnten sich zum Klatschen und Springen animieren lassen.

Die Matrix in Bochum ist leider bekannt für ihre sehr schlechte Tontechnik. Auch MAN WITH A MISSION blieben nicht verschont und hatten das gesamte Konzert über mit einem grauenhaften Klangbild zu kämpfen. Das Schlagzeug war durchgängig zu laut und es gab teilweise keinerlei Möglichkeit, die Vocals von Tokyo Tanaka und Jean-Ken Johnny auseinanderzuhalten. Darüber hinaus waren die Gitarren und die Turntables viel zu leise, was es schwierig machte, das volle Potential von Jean-Ken Johnnys Gitarrenspiel und Santa Monicas DJ-ing zu hören.Im Gegenzug dafür wurden die Zuschauer mit einer sehr guten Lichtshow überrascht. Obwohl die Matrix nur mit einer Standard-Beleuchtung ausgerüstet ist und man keine eigenen Lichter mitgebracht hat, schaffte es die Crew es stets, in den richtigen Momenten mit einer grandiosen Beleuchtung für den letzten Touch zu sorgen.

Dem dritten Song, "Take What You Want", ging ein Turntable-Solo von Santa Monica voraus. Viele Leute waren überrascht von seinem Können, als bei diesem einen Solo erstmals sein Potential komplett hörbar war."Smells Like Teen Spirit", das nächste Lied, war ein Cover der Grunge-Band Nirvana oder mehr eine Neuerfindung, da die gesungenen Verse leicht verändert wurden. Die Fans wurden sehr auslassend und der erste Moshpit des Abends formte sich. Die Atmosphäre erreichte einen neuen Höhepunkt und nach diesem Song waren die Besucher sicherlich gut vorbereitet auf die nächsten Bands dieses Abends.

Vor dem nächsten Song baten MAN WITH A MISSION Ali und Matty von Zebrahead auf die Bühne. Zusammen performten sie "Out Of Control", den namensgebenden Song der gemeinsamen EP. Die Atmosphäre baute sich immer weiter auf und nun konnten sich auch Zebraheads Fans zum Mitsingen und Anfeuern mitreißen lassen. Nach High fives und Umarmungen huschten Ali und Matty schon wieder ins Backstage und MAN WITH A MISSION bereiteten sich auf ihren letzten Song vor.

Als letzten Song spielten sie "Get Off of My Way", welcher erneut durch ein Turntable-Solo eingeleitet wurde. Dieser Song eignete sich perfekt um einen bleibenden Eindruck bei den Fans zu hinterlassen. Der Beat war perfekt für einen ausgelassenen Moshpit und die Fans freuten sich über ein Lied zum Abschluss, das einfach Spaß macht. Die Rocker gaben noch einmal alles auf der Bühne, ebenso wie ihre neugewonnenen Fans, die damit zeigten, dass ihnen die Show gefällt.

MAN WITH A MISSION beendeten ihre Show auf bestem Wege und der Applaus war wesentlich lauter als vor ihrem Auftritt. Viele Fans machten sich auf den Weg zum Merchandise, um sich ein Shirt als Erinnerung an diesen großartigen Auftritt zu kaufen.

Nachdem später auch Zebrahead ihren Auftritt beendet hatten, stand Jean-Ken Johnny mit einem Manager und einem Kamerateam am Ausgang, um die Fans zu verabschieden und High fives zu geben. Außerdem verteilte er Sticker als Andenken an die Show und um seine Band zu promoten. Obwohl er ein wenig lächerlich aussah, mit dem Kamerateam und seinem Manager, während die anderen beiden Bands so natürlich und selbstverständlich mit ihren Fans redeten, war es dennoch eine sehr nette Geste von MAN WITH A MISSION.

MAN WITH A MISSIONs Show war ein voller Erfolg, mit besonderem Augenmerk auf die Entwicklung der Show. Obwohl ihre Fans am Anfang noch sehr zurückhaltend waren, schaffte die Band es, eine sehr ausgelassene Atmosphäre aufzubauen, welche mit jedem Song immer größer wurde. Letztendlich gab die Matrix den Wölfen jedoch nicht die Bedingungen, die sie für ein perfektes Live-Erlebnis gebraucht hätten. MAN WITH A MISSION ist nun mal eine Band, die einen großen Eindruck durch ihre Bühnenpräsenz und ihr allgemeines Auftreten schafft. Trotzdem konnte die Band das Beste aus der kleinen Bühne machen und ihr Ziel erfüllen: Die Besucher für die nächsten Bands aufzuwärmen und sich in Europa zu promoten.
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