Interview mit KAO=S

interview - 11.10.2017 06:00

Wo Rockmusik und Schwerttanz aufeinander treffen.

Die Kunstrocker von KAO=S sprachen mit JaME über die Verbindung von Rockmusik mit Schwerttanz und Shamisenist Jacks neuer Erfindung: einer vier-saitigen Shamisen.


Da dies euer erstes Interview mit JaME ist, könntet ihr euch bitte selbst unseren Lesern vorstellen?

Kaori: Hi, ich bin Kawabuchi Kaori. Ich bin KAO=S' Sängerin und Schwertkünstlerin. Ich bin außerdem Schauspielerin, Schwerttänzerin und Motion-Capture Performer. Ich habe bei vielen bekannten Filmen und Videospielen wie beispielsweise der Final Fantasy-Serie und dem Film Captain Harlock mitgemacht.

Jack: Ich bin Jack und ich spiele die Tsugaru Shamisen, ein klassisches japanisches Instrument. Ich nutze Sound Effekte um die vielen Klänge der Shamisen hervorzuheben. Ich bezeichne mich daher gerne selbst als "Shamisenist".

Shuji: Ich bin Yamagiri Shuji, der Gitarrist, Main Songwriter und Leader von KAO=S.

Habt ihr drei euch schon vor der Gründung von KAO=S gekannt?

Jack: Ich traf Kawabuchi Kaori 2009. Kaori besuchte ein Konzert eines Musikers, den ich unterstütze und wir wurden Freunde. Wie traten dann 2010 zum ersten Mal gemeinsam auf. Danach traf ich Yamagiri bei einem von Kaoris Auftritten, wo ich die Shamisen spielte.

Shuji: Ich traf zuerst Kaori. Sie kam dabei zu einer meiner Soloshows. Sie war an meiner Musik interessiert und wir dachten über eine gemeinsame Session nach. Als ich dann später bei einer von Kaoris Schwerttanz-Performances zusah, sah ich Jack auf der Bühne, der ihre Darbietung mit seinem energetischen Shamisen-Spiel begleitete. Ich begann zu dieser Zeit eine Session mit Kaori, Jack und mir selbst zu planen. Das war der Beginn von KAO=S.

Könnt ihr uns den Grund verraten, warum ihr Schwertspiel-Elemente mit in KAO=S' Musik einbaut?

Shuji: Als ich Kaoris Schwerttanz sah, hatte ich die Idee Musik für ihre Performance zu machen. Diese Idee führte zu KAO=S' Lied "Sakura no oni -Ogre of the Cherry Tree-".

Kaori: Als wir unsere erste Session hatten, offenbarten wir uns untereinander unsere Talente und wollten daraufhin natürlich Musik machen, die wir für interessant erachteten. Es war daher ganz natürlich, dass wir meinen Schwerttanz mit unserer Musik vereinten.

Kaori, hast du deine Schwerttechniken von einem Lehrer gelernt oder dir selbst angeeignet? Und wann hast du angefangen zu trainieren?

Kaori: Ich begann "Tate", das ist die japanische Schwerttechnik, vor ungefähr zwölf Jahren. Ich lernte "Tate" zuerst für ein Drama. Danach wollte ich "Tate"-Routinen erschaffen, die ursprünglicher sein sollten. Also schuf ich eine eigene Schwerttanz-Choreografie, die ich mit Ballett, chinesischer Kampftechnik und Mimen, die ich gelernt hatte, verschmolz. Aber ich habe dennoch weiterhin das traditionelle "Tate" von einem Lehrer gelernt.

Jack, bitte erzähle uns etwas über deine Erfindung, der vier-saitigen Shamisen. Wenn es um den Klang geht, inwiefern unterscheidet sie sich von der herkömmlichen Shamisen?

Jack: Ich nannte sie die "Yomisen", die vier-saitige Shamisen. Die Yomisen kann wie eine Gitarre gespielt werden. Sie besitzt Bünde für reproduzierbare Klänge und ich kann auf ihr sogar Akkorde spielen. Die Yomisen besitzt einen sehr attraktiven Sound. Dieser ähnelt der Sitar und kann Klänge wie eine klassische Gitarre erzeugen, die mit Darmsaiten bespannt ist. Außerdem kann sie Klänge ähnlich einer elektrischen Gitarre produzieren, wenn ich Sound Effekte verwende. Die Yomisen ist ein sehr nützliches musikalisches Instrument.

Der Name Yomisen basiert auf der japanischen Zahl Vier, die "Yon" ausgesprochen wird. Aber der Grund, warum ich sie Yomisen nannte, kommt nicht einfach nur durch die Extrasaite der Shamisen. Ich wollte auch die indische Philosophie von Zero und den Geist Japans als ein japanisches Instrument hinzufügen. Ich nenne die dicke Saite "String of Zero" und nahm das Wort "Yomi" aus der japanischen Mythologie, was eine Welt in einer anderen Dimension bedeutet.

Ihr habt vor ein neues Album zu veröffentlichen. Was für ein Konzept steht hinter dem Album und welche Art von Liedern können wir erwarten?

Kaori: Alle Lieder sind toll. Das Album kommt dem Stil von KAO=S mit seiner Vielfalt und einzigartigen Klängen sehr nahe. Darauf sind sowohl geheimnisvolle als auch tiefsinnige Lieder. Bei dem Konzept zu unserem neuen Album geht es um Variationen und das Fehlen von Grenzen.

Jack: KAO=S' neues Album ist so cool! Es gibt mehr rockigere Lieder als auf unseren vorherigen Alben.

Shuji: Wir haben dieses neue Album gemacht, um das Können aller drei Mitglieder von KAO=S hervorzuheben. Jacks neues Musikinstrument, die Yomisen, überwiegt dabei. Wir haben einige schwere progressive Lieder, traditionelle japanische Songs mit modernen Arrangements und einige wunderschöne Melodien aufgenommen. Bei diesen Liedern sind auch viele Gastmusiker zu hören.

Wovon lasst ihr euch für gewöhnlich für eure Musik inspirieren?

Jack: Ich bekomme meine Ideen von allen Dingen des Universums.

Shuji: Mir fallen die Melodien immer dann ein, wenn ich ohne irgendwelche Gedanken auf meiner Gitarre spiele. Beim Klang der Gitarre fühle ich Traurigkeit und Freude; und daraus entspringt die Welt der Musik.

Wer sind eure musikalischen Einflüsse?

Kaori: Ich mag Nightwish, Iron Maiden, Kanno Yoko und George Winston sehr gerne. Ich wurde von den Auftritten von L'Arc~en~Ciel beeinflusst.

Jack: Ich wurde von vielen ausländischen Rockbands wie Muse, Rage Against The Machine und Radiohead beeinflusst. Außerdem beeinflussten mich noch LUNA SEA.

Shuji: Led Zeppelin,Black Sabbath, Stone Temple Pilots, Rolling Stones und Guns N' Roses.

Wenn ihr auf Schwierigkeiten in eurer Musikkarriere trefft, was verleiht euch dann die Stärke weiterzumachen?

Kaori: An den eigenen Wert zu glauben.

Jack: Die Unterstützung von den Künstlern, die ich respektiere und von der Familie und den Fans.

Shuji: Die Reaktionen der Fans und der Klang der Gitarre.

Gibt es da ein Motto, nach dem ihr lebt?

Kaori: Alles ist miteinander verbunden. Seid dankbar am Leben zu sein.

Jack: No rock, no life!

Shuji: Fortwährender Fleiß führt zum Erfolg.

Wie lauten KAO=S' Ziele für die Zukunft?

Shuji: Wir kennen die Zukunft noch nicht, aber wir würden sehr gerne live auf der ganz Welt spielen und noch mehr Fans von KAO=S finden. Wir würden auch sehr gerne den japanischen Rock in der ganzen Welt zeigen.

Habt ihr für die JaME-Leser noch eine Botschaft?

Kaori: KAO=S werden in aller Welt viele einzigartige Sounds und aufregende Auftritte zeigen. Bitte freut euch auf unser neues Album. Und danke dafür, dass ihr uns immer unterstützt habt.

Jack: Danke, dass ihr dieses Interview bis zum Ende gelesen habt. Bitte freut euch auf unseren aufregenden Live-Auftritt, solltet ihr die Chance haben einen zu bekommen. Wir werden euch niemals enttäuschen!

Shuji: Bitte versucht einmal KAO=S' Musik. Wir hoffen, euch eines Tages bei einem unserer Konzerte zu sehen.


JaME bedankt sich bei Ms Tomoko Davies Tanaka und KAO=S für dieses Interviews.


Am 12. September 2015 spielten KAO=S auf dem Hanabi Matsuri in Sao Paulo, Brasilien. Ihre Gedanken zu dem Gig sind wie folgt:

Jack: Einer der Besucher vom Hanabi Matsuri sagte zu mir: "Deine Shamisen erinnerte mich daran, wo ich herkomme und wer ich bin." Diese Person war Japanisch-Brasilianisch. Ich war sehr froh, das zu hören.

Kaori: Ich war so glücklich die warmen Herzen und das Lächeln Brasilien erfahren zu können. Es war eine lange Reise nach Brasilien aber dank der sehr freundlichen und lieben Menschen von Brasilien war es das mehr als Wert. Wir haben ein geschichtliches Museum von Menschen besucht, die von Japan nach Brasilien ausgewandert sind. Wir sahen auch, wie viele Japaner sich ein neues Leben aufgebaut haben und welche Schwierigkeiten sie dabei bewältigen mussten. Ich hoffe in Brasilien viele neue Freunde gewinnen zu können und diesem Land näher zu kommen.

Shuji: Es war ziemlich bewölkt und kalt als wir dort waren, aber wir hatten eine tolle Zeit in Brasilien. Alles war so wundervoll, dass die Tage im Nu vorbei waren.
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