Biographie-Special: Mana (Teil 2: Dunkelheit und Schönheit)

file - 27.10.2010 03:55

Teil 2 dreht sich um Mana, den Solokünstler. Wir sehen, wie sich seine Weltsicht in seiner Mode und Musik widerspiegelt und folgen ihm auf seinen Wegen außerhalb Japans.

Moi-même-Moitié

1999 gründete Mana, der seit der Zeit als er seine Schuluniform individualisiert hatte ein lebhaftes Intersse an Mode gepflegt und einige seiner Kostüme in Malice Mizer entworfen hatte, sein eigenes Modelabel, Moi-même-Moitié. "Moi-même" bedeutet "ich selbst" auf Französisch und Moitié" bedeutet "Hälfte". Der Name Moi-même-Moitié kann also lose als "eine Hälfte meiner selbst" übersetzt werden. Die Signaturfarben der Marke sind Schwarz und Blau, Manas Lieblingsfarben, das Logo ist ein stark stilisierter Kerzenleuchter, dessen Form auf einem umgedrehten "M" basiert. Das Motto "Elegant Gothic Lolita Aristocrat Vampire Romance", welches Teil des Logos ist und ausserdem auf mehreren Stoffdrucken sowie dem charakteristischen blauen Futterstoff zu finden ist, fasst die Inspiration zusammen, die den Designs zugrunde liegt.

Die Mode von Moi-même-Moitié basierte auf dem bereits existierenden Lolita-Modestil, stellte jedoch zwei neue Varianten vor: Elegant Gothic Lolita (EGL) und Elegant Gothic Aristocrat (EGA). Die beiden Linien repräsentieren die Kleidung von Männern und Frauen, die in Manas idealer Welt leben. Er beschloss, seine Marke in zwei Linien aufzuteilen, da er zu jener Zeit manchmal Frauenkleidung und manchmal Männerkleidung trug und damit, seiner Beschreibung zufolge, sowohl seinen idealen Mann als auch seine ideale Frau in sich verkörperte. Die Tatsache, dass dieser Mann und diese Frau sich gleichzeitig den selben Körper teilten, veranschaulichte ausserdem den Markennamen "eine Hälfte meiner selbst".

Das Konzept von EGL basierte auf der Idee, scheinbar unvereinbare Elemente miteinander zu verbinden. Anders als der Name anzudeuten scheint, hat Lolitamode nichts mit Fetischismus zu tun oder dem Wunsch, sexuell anziehend zu wirken. Sie ist vielmehr von der Kleidung des 18. und 19. Jahrhunderts inspiriert und strebt danach, eine Aura der Niedlichkeit und Unschuld zu schaffen. Die Kleidungsstücke werden in kleiner Menge und einem hohen Qualitätsstandard entsprechend angefertigt und sind daher teurer als westliche Szenemode. EGL verbindet die Unschuld und Niedlichkeit von Lolitamode mit der Dunkelheit westlicher Gothicmode und "verdirbt" damit gewissermassen die beiden Stile. Einerseits kommen in den Designs Rüschen, Schleifen und Spitze zum Einsatz, um die Niedlichkeit antiker Porzellanpuppen heraufzubeschwören, andererseits drücken sie durch die Verwendung von dunklen Farben, vor allem Schwarz, jedoch auch so etwas wie "Giftigkeit" aus.

Wie die meisten Lolitastile besteht EGL aus einem knielangen, glockenförmigen Rock, Kleid oder Jumperskirt (ärmelloses Kleid) mit enger Taille, die mit einer Bluse mit kurzen Puffärmeln oder langen, glockenförmigen Ärmeln kombiniert werden. Insgesamt ist die Silhouette schlank, wobei Eleganz ebenso stark betont wird wie Niedlichkeit, und anstelle von Baumwollstoff, der bei den meisten anderen Marken dominiert, werden kostbar wirkende Stoffe wie Chiffon, Samt und Brokat verwendet. Ein wichtiges Markenzeichen von Moi-même-Moitié ist die speziell angefertigte Spitze, die mit Rosen, Kreuzen oder Manas Anfangsbuchstaben "M" dekoriert ist, sowie Knöpfe und Futterstoff, welche das Kerzenleuchterlogo der Marke aufweisen. Kreuze, Rosen (oft mit Dornen) und historische Architektur sind beliebte Motive für Stoffdrucke. Ursprünglich war Moi-même-Moitié weniger für seine Stoffdrucke als für seine schlichte Eleganz bekannt und brachte nur ein oder zwei Drucke pro Saison heraus. Als sich Stoffdrucke jedoch bei Lolitas immer grösserer Beliebtheit erfreuten, wurden Moi-même-Moitiés Drucke zu einer der Hauptattraktionen der Marke. Der Iron Gate-Druck, der aus dem Frühjahr 2006 stammt und ein schmiedeeisernes Friedhofstor zeigt, das mit dem Motto der Marke, "Elegant Gothic Lolita Aristocrat Vampire Romance", verziert ist, erwies sich als besonders begehrt und erzielt heute Second Hand ein Vielfaches des ursprünglichen Ladenpreises.

EGA ist ein Unisexstil, der an die Kleidung von Dandies oder Trauerkleidung des 19. Jahrhunderts erinnert. Er besteht aus langen, weiten Hosen oder Röcken, Rüschenblusen und elegant drapierten, bodenlangen Westen und Mänteln. Auch hier ist die Grundfarbe meistens schwarz, oft in Kombination mit einer weissen Bluse. Die meisten EGA-Designs sind sowohl in Männer- als auch Frauengrössen erhältlich, was erneut Manas Glauben wiederspiegelt, dass die menschliche Seele letztendlich geschlechtslos ist, sowie sein persönliches Schönheitsideal einer ambivalenten Schönheit, die die positiven Aspekte von Weiblichkeit und Männlichkeit in sich vereint.

Obwohl Manas Mode, ebenso wie seine Musik, oft von Filmen inspiriert ist, vor allem von Vampirfilmen, stellt sie keine Kostümierung dar sondern Alltagskleidung für Leute, die, wie er selbst, in einer geheimnisvollen Welt leben möchten. Indem er seine Welt durch Mode ausdrückt, möchte er es Gleichgesinnten ermöglichen, sich als Teil ihres täglichen Lebens in diese Welt einzuhüllen und dadurch Frieden in ihrer wahren Natur zu finden. Er beschrieb dies in der Gothic & Lolita Bible folgendermassen: für eine solche Person ist Gothic Lolita sowohl ein zeitloser Stil als auch ein Ort in sich selbst, an den er oder sie heimkehren kann. Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Wahl eines Kerzenleuchters als Markenlogo wieder: es soll ein Leuchtfeuer für diejenigen sein, die nach einer edlen, intellektuellen Schönheit fernab von schnellebigen Modetrends suchen.

Der erste Moi-même-Moitié-Laden öffnete seine Pforten im Oktober 1999 in Aoyama, einem beliebten Einkaufsgebiet Tokios. Er wies die charakteristische Innendekoration aus rustikalem, grauen Mauerwerk mit schmiedeeisernen Ornamenten und blauen Akzenten auf, die zum Standard für alle zukünftigen Moi-même-Moitié-Läden wurde. Aufgrund von Malice Mizers Berühmtheitsgrad zog das Ereignis eine starke Medienpräsenz an und Berichte erschienen in vielen japanischen Zeitungen und im Fernsehen. Obwohl die Wurzeln der Lolitamode bis in die 70er Jahre zurückreichen, war sie bis dahin ein obskurer Undergroundstil gewesen. Manas Begeisterung für diese Mode trug entscheidend dazu bei, sie nicht nur in Japan ins Rampenlicht zu rücken, sondern auch international, wo durch die wachsende Popularität von Anime und Manga sowie die sich rapide ausbreitende Nutzung des Internets, die es Leuten überall in der Welt erstmals ermöglichte, ihre Interessen auf eigene Faust zu erkunden, anstatt passiv zu konsumieren was die Medien für sie bereitstellten, ein reges Interesse an japanischer Popkultur entbrannte. Dadurch entwickelte sich Lolita zu einer internationalen Mode mit einer Online-Gemeinschaft von mehreren Tausend und Treffen und Events in aller Welt.

Ursprünglich wurde die Hälfte der Produkte, vor allem die EGA-Kleidung und Accessoires, von Mana selbst entworfen. Seine Co-Designering war Alice Kobayashi, die später ihre eigene Lolitamarke Fairy Wish gründete. Er hatte beabsichtigt, auch weiterhin persönlich zu entwerfen, doch da er keine formelle Schneiderausbildung besass, waren seine Entwürfe bisweilen schwer zu realisieren, und so zog er sich schliesslich vom aktiven Designen zurück. Dennoch arbeitet er weiterhin intensiv am Designprozess mit, beispielsweise erklärt er den Designern, was er ausdrücken möchte und prüft die Musterstücke, bevor sie in Produktion gehen. Ausserdem erwähnte er 2005 in einem Interview, dass er sofort eine Skizze zeichnet, wenn er eine spontane Idee für ein Kleidungsstück hat.

Seinem Glauben folgend, dass "stets zwei Herzen in meiner Brust schlagen" beschloss Mana, sowohl seine EGA- als auch seine EGL-Mode selbst zu modeln. In dieser Kapazität war er häufig in dem alternativen Modemagazin KERA zu sehen und während eines Phototermins schlug er dem Verantwortlichen vor, ein Magazin ausschliesslich mit Gothic & Lolita Bildern zu kreieren. So erschien im Dezember 2000 die Gothic & Lolita Bible, das erste Modemagazin, das ausschliesslich Gothic & Lolitamode gewidmet war, und zwar zunächst als Sonderausgabe von KERA. Nachdem die gesamte Auflage innerhalb von nur drei Tagen ausverkauft war, beschloss der Verlag jedoch, sie als reguläres Magazin zu veröffentlichen. Sie etablierte sich rasch als die Top-Publikation der stetig wachsenden Lolitaszene und bald erschienen ähnliche Magazine. Die erste Ausgabe der Gothic & Lolita Bible zeigte ein sechs-seitiges Photoshooting von Mana in seiner eigenen Mode sowie ein Interview mit ihm und einen Comicstrip über seinen Laden. Er erscheint bis heute regelmässig in diesem Magazin.

Moi-même-Moitié überlebte die Trennung von Malice Mizer und feierte 2009 sein zehnjähriges Jubiläum. Derzeit hat die Marke Filialen im Marui One Kaufhaus in Shijuku sowie im Forus Kaufhaus in Sendai. Ausserdem kann man Moi-même-Moitié-Produkte in verschiedenen Städten Japans in Boutiquen finden, die auf Lolitamode spezialisiert sind, beispielsweise Atelier Pierrot und die KERA-Läden. Etwa einmal jährlich veranstaltet Mana ein Meet & Greet-Event mit seinen KundInnen, gewöhnlich im Christon Café in Shinjuku, dessen Innenausstattung von mediterranen Kathedralen inspiriert ist und bunte Glasfenster, Schmiedeeisen und religiöse Bildnisse aufweist.

Manas Beitrag zur Lolitamode wurde auch international anerkannt. 2007 wählte ihn die britische Anthropologin Philomena Keet als einen von sieben Designern aus, die sie für ihr Tokyo Look Book interviewte. Er wurde ausserdem in anderen Büchern über japanische Mode und Popkultur erwähnt, wie Style Deficit Syndrome, und die Kleidung von Moi-même-Moitié wird in Lolitaboutiquen wie Harajuku in Paris, Frankreich, und Mfashion in den Niederlanden verkauft.

Sowohl das Konzept, diametrale Gegensätze harmonisch zu vereinen, das Mana mit Moi-même-Moitié erschaffen hatte, als auch die Mode selbst, sollten eine zentrale Rolle in seinem nächsten Projekt spielen. Es war daher kein Zufall, dass dessen Name ebenfalls mit "Moi" begann.

Moi dix Mois

Als Malice Mizer sich im Dezember 2001 trennten, hatte Mana versprochen, mit seiner "Suche danach, was 'Musik' bedeutet", fortzufahren. Mit der für ihn typischen Missachtung von Konventionen beschloss der Gitarrist, der nicht einmal in der Öffentlichkeit sprach, geschweige denn sang, nun ein Soloprojekt zu gründen. Am 19. März 2002, seinem Geburtstag, wurde Moi dix Mois aus der Taufe gehoben. "Moi" (Französisch: ich) steht dabei für Mana, die Nummer 1 steht für Beginn, die Nummer 0 für Ewigkeit und "dix mois" (Französisch: 10 Monate) für die Dauer einer Schwangerschaft, welche in Japan in 10 Lunarmonaten gezählt wird, anstatt der im Westen üblichen 9 Monate.

Da Moi dix Mois ein Soloprojekt war, war das Konzept der neuen Band fokussierter und persönlicher als das von Malice Mizer. Ansstatt innerhalb eines übergeordneten Bandkonzepts wie "was ist menschlich?" zu arbeiten, setzte Mana sich nun zum Ziel, "Musik zu schaffen, die ihm gleich kam": seiner Persönlichkeit, seinen Ansichten über Musik und über die Welt allgemein.

Ebenso wie die Mode von Moi-même-Moitié war die Musik, die er für Moi dix Mois komponierte, eine Kombination von Gegensätzen: Schönheit und Dunkelheit, Eleganz und Aggression, Kreativität und Zerstörung. Klanglich setzte sie die grobe Richtung fort, die Malice Mizer in ihrer letzten Phase eingeschlagen hatten. Die vertrauten Elemente aus elektrischer Gitarre, Kirchenorgel, Synthesizer, Streichern und tiefer Opernstimme waren weiterhin vorhanden, das Tempo war jedoch viel schneller und härter. Das Ergenbis war ein komplexer, dabei jedoch frisch und unglaublich lebhaft klingender Sound irgendwo zwischen Gothic Rock, Metal, Neoklassik und Industrial.

Mana hatte sich bereits in Malice Mizer am Texte schreiben versucht, als er und Közi "Bara no seidou" komponiert hatten während die Band nach einem neuen Sänger suchte, doch von nun an schrieb er die Lyrics für alle seine Songs selbst. Im Einklang mit dem gothic Image von Moi dix Mois beschäftigten sie sich mit tiefgründigen, melancholischen Themen wie Weltschmerz, Verlust und Tod, aber auch mit den Leitmotiven seines Lebens und Schaffens: Selbsterkenntnis, Vertrauen in den eigenen Instinkt und Infragestellen des Status Quo.

Um nicht nur komponieren, sondern seine Musik auch selbst abmischen und produzieren zu können, studierte er ausserdem Tontechnik. Er überlegte auch, ob er nicht doch Musiktheorie lernen sollte, falls dies die Bandbreite seiner Kompositionen vergrössern könnte, doch entschied sich einmal mehr dagegen. Seiner Meinung nach machte gerade die Tatsache, dass die Entwicklungen in seinen Songs nicht mit Theorie erklärt werden können, diese interessant. Er glaubte auch, dass ausschliesslich nach Gefühl zu komponieren ihm dabei half, Musik zu schaffen, die seine Persönlichkeit wiederspiegelte. "Sollte es einen bestimmten Stil in der Kunstwelt geben, würde ich ihn zerstören. Es gibt sicher etwas, das nur ich schaffen kann, und ich habe immer gedacht, dass ich widersprechen würde, falls jemand behauptet, dass Musik so sein muss oder so" erklärte er 2007 in einem Interview mit dem Magazin Orkus und fügte hinzu "leider gibt es eine Menge solcher Leute."

Sein visuelles Image änderte sich drastisch. Als Moi dix Mois im Juli 2002 auf Midi:Nettes Dis Inferno I Party ihr Debüt gaben, mit Mana als Gitarrist, Juka als Sänger, Kazuno am Bass and Tohru (ex JILS) am Schlagzeug, war die niedliche Gothic Lolita, die er in Malice Mizer dargestellt hatte, nirgends zu sehen. Sie wäre zu zerbrechlich gewesen für den kraftvollen Sound, den er von nun an schuf. An ihrer Stelle stand ein androgyner Gothic-Prinz mit blassem Gesicht, dramatischem Augenmakeup und einer steil abstehenden, schwarz-glänzenden Haarmähne, der headbangte und seine Gitarre schwang als könne er nach Jahren der Zurückhaltung endlich die Fantasie ausleben, wie ein Metalgitarrist seine Emotionen herauszulassen.

Moi dix Mois präsentierten sich ausserdem als geradlinige Rock- oder Metalband nach westlichem Muster. Sie ließen die Showelemente, die ein so wichtiger Teil von Malice Mizers Auftritten gewesen waren, bis auf ein gelegentliches Schwingen von schwarzen Fahnen, die mit dem Bandlogo verziert waren, oder Paradieren mit einem Schwert hinter sich, doch auch diese verschwanden im Lauf der Zeit. Ihre Kostüme spielten jedoch, ebenso wie bei Malice Mizer, eine wichtige Rolle. Alle Mitglieder tragen modifizierte Kleidung von Moi-même-Moitiés EGA-Linie, da Mana zufolge Moi dix Mois die Weltsicht von Moi-même-Moitié wiederspiegelt. Indem sie die Mode auf der Bühne tragen, vereinen sie die Musik und die visuelle Verkörperung von Manas Welt, wodurch das Publikum seine Emotionen sowohl durch den Gesichts- als auch den Gehörsinn wahrnehmen kann. Er zeichnet sogar Mâtin, sein Alter Ego in Comicform, welches oft auf dem Merchandise von Moi dix Mois zu sehen ist, selbst.

Im November des selben Jahres veröffentlichten Moi dix Mois ihre erste Single, "Dialogue Symphonie", auf die eine Japan-weite Tour folgte. Am 19. März 2003, Manas Geburtstag, erschein ihr Debütalbum "Dix Infernal", gefolgt von einer weiteren Japan-weiten Tour, deren Finale auf der Live-DVD "Scars of Sabbath" verewigt wurde. Es war das letzte Mal, dass sie ausschliesslich für ein japanisches Publikum spielten.

Zu Neuen Ufern

Im Juli 2004, unmittelbar vor Erscheinen ihres zweiten Albums, "Nocturnal Opera", welches eine tragische Liebesgeschichte erzählte, bestieg Mana ein Flugzeug, das ihn nach Paris, Frankreich, trug, um dort mit einem Auftritt auf der Japan Expo, einer der grössten Messen Europas für japanische Kultur, die Veröffentlichung von Moi dix Moiss erster internationaler CD auf dem französischen Label Mabell zu feiern. Er hatte soeben seinen Fanclub auch nicht-Japanern zugänglich gemacht - eine Seltenheit unter japanischen Musikern, deren Fanclubs sonst nur Einwohner Japans als Mitglieder akzeptieren - doch als einer der allerersten Jrock-Musiker, die den Sprung ins Ausland wagten, befürchtete er insgeheim, dass ihn niemand dort kennen würde. Seine Sorge erwies sich jedoch als unbegründet: so viele Fans aus ganz Europa und sogar Japan erschienen, dass nicht alle im Auditorium Platz hatten. Er erhielt stehende Ovationen und die Karten für die anschliessende Autogrammstunde waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Die Nachfrage nach dem internationalen Fanclub war so gross, dass die Website innerhalb der ersten 24 Stunden abstürzte.

Auf diesem Trip hatte er auch Phototermine an verschiedenen Orten in Paris und Umgebung für ein Photobuch namens "Magnifique", in welchem er die Herbstkollektionen von Moi-même-Moitiés EGL- und EGA-Linien modelte. Das Buch wurde im Oktober 2004 durch Midi:Nette veröffentlicht und wurde rasch zum Sammelobjekt. Da er beobachtet hatte, dass einige der Fans, die an seiner Autogrammstunde auf der Japan Expo teilgenommen hatten, Moi-même-Moitié trugen, richtete er ausserdem in Zusammearbeit mit dem Onlineshop CD Japan einen Webshop für internationale Kunden ein.

Im März 2005 tourten Moi dix Mois als eine der allerersten Jrockbands durch Europa. Sie traten in Deutschland und Frankreich auf und das ausverkaufte Konzert in Paris wurde auf der Live-DVD "Invite to Immorality" veröffentlicht. Kurz nach ihrer Ruckkehr nach Japan verließ jedoch Sänger Juka die Band, um nach einem weniger dunklen Sound und Image zu streben. Diese legte daraufhin eine erzwungene Pause ein und während des nun folgenden Jahres der Inaktivität entschlossen sich auch Kazuno und Tohru, auszusteigen. Von dem ursprünglichen Lineup blieben damit nur Mana und der zweite Gitarrist K, welcher im Dezember 2004 beigetreten war, zurück.

Im März 2006 kehrten sie mit einem Mini-Album, "Beyond the Gate", zurück, welches gleichzeitig in Japan und Europa erschien, dieses mal auf dem neugegründeten Label Gan-Shin, einer Kollaboration zwischen Brainstorm Music Marketing, dem Majorlabel Universal und dem deutschen Importeur Neo Tokyo, welche auf japanische Rockmusik spezialisiert war. Es stellte sowohl einen neuen, erwachseneren Sound vor, der auf harten Gitarrenriffs und elektronischen Elementen basierte, als auch ein neues Lineup: die "wiedergeborenen" Moi dix Mois bestanden nun aus Seth als Sänger, Mana und K als Gitarristen, Sugiya am Bass und Hayato am Schlagzeug. Noch im selben Monat brachen sie zu ihrer zweiten Europatour auf, die sie erneut nach Frankreich und Deutschland führte. Da das Konzert in Berlin auf den 19. März, Manas Geburtstag, fiel, sammelten die Fans Geld für ein Geschenk und kauften ihm eine schwarze Kuckucksuhr mit gotischen Verzierungen, die ihm auf der Bühne überreicht wurde. Nur wenige Monate später, im Juni, kehrten Moi dix Mois nach Deutschland zurück, um auf dem Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, dem weltgrössten Gothicfestival mit jährlich 20.000 Besuchern, zu spielen.

Dies war ein neues Publikum für sie. Ihr dunkler Sound und Äusseres, die sich beinahe nahtlos in das schwarze Universum einfügen, hatten bereits das Interesse einiger aufgeschlossener Mitglieder der Gothicszene geweckt, was ungewöhnlich für eine Jrockband war. Doch trotz der wachsenden Popularität von Jrock ausserhalb Japans wurde über diese Bands noch immer beinahe ausschliesslich in Anime- und Mangamagazinen berichtet, weshalb sie größtenteils Geheimtips blieben. Die Bezeichnungen Jrock" oder "Visual Kei" wirkten ausserdem verwirrend auf potenzielle Fans, da diese Begriffe auf Bands mit völlig unterschiedlichen Musikstilen angewandt wurden, deren Mitglieder nur zufällig aus Japan stammten, ohne einen wirklichen Hinweis darauf zu geben, was für Musik sie eigentlich machten.

Dies änderte sich im Februar 2005 als Mana auf dem Cover des deutschen Gothicmagazins Orkus erschien und damit einem Publikum vorgestellt wurde, das wenig oder gar kein Interesse an japanischer Popkultur hatte und ihn ausschliesslich aufgrund der Qualität seiner Musik beurteilte. Die Reaktion war überwältigend: im Jahresrückblick des Magazins wählten die Leser von Orkus Mana unter die zehn beeindruckendsten Persönlichkeiten, besten Gitarristen und besten Entertainer und Moi dix Mois zu einem der besten Newcomer des Jahres 2005. Darüber hinaus erweckten Manas dunkle, dramatische Kompositionen das Interesse von Trisol, einem deutschen Independentlabel, das einige der größten Gothicacts, wie ASP, L'Ame Immortelle, London After Midnight und Emilie Autumn, verlegt. Trisol veröffentlichte europäische Pressungen von "Nocturnal Opera" von Moi dix Mois und "Bara no Seidou" und "Cardinal" von Malice Mizer. Mana wurde damit einer der wenigen japanischen Künstler, die auf einem regulären westlichen Musiklabel verlegt werden.

Nichtsdestotrotz war der Auftritt auf dem Wave-Gotik-Treffen nicht unumstritten. Das Treffen ist eins der wichtigsten Ereignisse im schwarzen Kalender Europas und Moi dix Mois, die von den meisten Goths noch immer als Aussenseiter angesehen wurden, machten ihr Debüt als Headliner. Die Erwartungen waren demenstprechend hoch, doch sie bestanden die Herausforderung mit Bravour. Sie füllten die Agra-Halle, die eine Kapazität von bis zu 10.000 Personen haben soll, und konnten nicht wenige Zweifler für sich einnehmen, die einer Band, deren Musik sich zwar sehr nach Gothic Metal oder Symphonic Metal anhörte, die sich aber nicht so bezeichnete, und deren Chef erklärte, dass er sich keinem Stil und keiner Szene zugehörig fühle, noch immer misstrausich gegenüber gestanden hatten. Eine zweite Zugabe musste aus Zeitgründen abgelehnt werden und CDs und Merchandise waren innerhalb weniger Minuten nachdem die Band die Bühne verlassen hatte ausverkauft.

Eine für Juli 2006 geplante US-Tour musste wegen Problemen mit dem Veranstalter abgesagt werden, aber Mana nahm trotzdem im selben Monat als Ehrengast auf der Anime Expo in Anaheim, Kalifornien, an einer Podiumsdiskussion teil.

Im März 2007 erschien Moi dix Mois' drittes Album, "DIXANADU", welches einen Einblick in Manas Weltsicht gab. Wie schon "Beyond the Gate" wurde es gleichzeitig in Japan und Europa veröffentlicht. Die limitierte Instrumentalversion des Albums, welche nur auf Konzerten oder Midi:Nettes Website erhältlich war, enthielt als Bonus ein Computerspiel mit Mâtin, Manas Alter Ego, sowie den anderen Bandmitgliedern als Cartoonfiguren, die alle eigenhändig von Mana gezeichnet wurden. Um das neue Album in Europa zu promoten, beschlossen sie als eine der ersten Jrockbands, nicht nur in Ländern aufzutreten, die für ihre große Jrock-Fangemeinschaften bekannt waren, so wie Deutschland, Frankreich und Finnland, sonderen auch in Ländern wie Spanien und Italien, in denen es Jrockbands schwer fiel, grössere Hallen zu füllen. Ihr Ruf vom Wave-Gotik-Treffen war ihnen jedoch vorausgeeilt und so zog ihre Tour nicht nur Jrockfans, sondern auch viele neue Gesichter aus der Gothic- und Metalszene an, welche die Anzahl der Konzertbesucher vervielfachten. Mana beobachtete sie aufmerksam von seinem Platz auf der Bühne und berichtete über die verschiedenen Fangruppierungen und ihren breiten Altersdurchschnitt. Er stellte auch mit freudiger Überraschung fest, dass bei einigen Shows über die Hälfte des Publikums aus Männern bestand, was bei Jrockkonzerten eher ungewöhnlich ist.

Wieder zuhause in Japan angekommen, bereitete er sich auf eine andere Herausforderung vor. Im März 2008 gab er bekannt, dass er, zusätzlich zu seiner Arbeit mit Moi dix Mois, von nun an auch als Producer und Songwriter für das Majorlabel Sony arbeiten würde.

Produced by Mana

Nachdem er Tontechnik studiert hatte, hatte Mana lange nach anderen Bands gesucht, die er neben Moi dix Mois produzieren könnte. Die erste was das Elektroduo Schwarz Stein, auf das er 2002 durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden war. Als er ihr Photo erblickte, hatte er das Gefühl, dass sie etwas Besonderes hatten, und bat deshalb um ein Demotape. Ihre Musik, die ausschliesslich digital war und keinerlei akustische Instrumente benutzte, war völlig anders als die von Moi dix Mois, doch Mana gefiel, was er hörte und er beschloss, sich die Band näher anzusehen. Er ging zu einem ihrer Livekonzerte und besuchte sie nach dem Auftritt hinter der Bühne. Nachdem er einige weitere Konzerte besucht hatte, bot er ihnen einen Vertrag mit seinem Plattenlabel Midi:Nette an. Sie blieben in seiner Obhut bis 2004, als sowohl Sänger Kaya als auch Komponist und Keyboarder Hora Solokarrieren begannen. Während dieser Zeit produzierte Mana ein Album, "New Vogue Children", und zwei Singles, "Perfect Garden" and "Current", für sie. Sie spielten auch häufig als Vorgruppe für Moi dix Mois und modelten gelegentlich für Manas Modelabel Moi-même-Moitié. Auch nach ihrer Trennung steht Kaya weiterhin auf gutem Fuss mit Mana und besucht Moi dix Mois' Konzerte, sofern es sein Terminkalender erlaubt.

Sein zweites Projekt als Producer, welches derzeit noch immer andauert, war umfassender. Im Jahr 2007 lud ihn das Majorlabel Sony ein, einem Talentwettbewerb für junge Künstler beizuwohnen, um zu sehen, ob er für einen von ihnen als Producer arbeiten könnte. Unter den KandidatInnen wählte er die 19-jährige, klassisch ausgebildete Cellistin und Sängerin Kanon Wakeshima aus. Er war fasziniert von der Tatsache, dass sie sang und dabei Cello spielt, und ihm gefiel ihre erwachsene und gleichzeitig kindliche Persönlichkeit, und so sagte er zu, ihr Producer und Songwriter zu werden. Wie zuvor mit Malice Mizer und Moi dix Mois wollte mit seinen Kompositionen für sie eine Brücke zwischen Underground und Mainstream bildeten. Er wählte zu diesem Zweck einen Sound aus Elektropop mit Gothic- und klassischen Einflüssen und schrieb alle dreizehn Songs für ihr Debütalbum, "Shinshoku Dolce", das im Februar 2009 in Japan, Europa und den USA erschien. Dieses schloss auch die beiden Singles "Still Doll" und "Suna no oshiro" ein, welche als Endingtheme für die beliebte Animeserie Vampire Knight verwendet wurden. Er war ausserdem sowohl für ihr visuelles Image zuständig, für das er einen Classic Lolita-Look wählte, der ihre Leidenschaft für Süssigkeiten und die Farbe Rot wiederspiegelte, als auch für das Konzept des Albums und der PVs, welche die beiden Singles begleiteten. Er kaufte sogar das Spielzeugkarussell, welches auf dem CD-Cover abgebildet ist. Im Februar 2009 begleitete er Kanon nach Frankreich, um "Shinshoku Dolce" zusammen mit der Europapressung von Moi dix Mois' Live-DVD "DIXANADU ~ Fated "raison d'être"~ Europe Tour 2007" zu promoten und sie einem internationalen Publikum vorzustellen. Der unverbesserliche Nonkonformist berichtete stolz, dass er, obwohl er seine Arbeit den Verantwortlichen bei Sony formell präsentieren musste, dabei nie künstlerische Kompromisse eingegangen sei und nie einen Anzug getragen habe. Seine Bemühungen wurden belohnt, als Kanon von den Lesern des amerikanischen Animemagazins Shoujo Beat zum besten Newcomer des Jahres 2009 gewählt wurde, nachdem sie 45% aller Stimmen erhalten hatte.

Dies war das erste Mal, dass er für alle Aufgaben, von Songwriting über Arrangement bis hin zu den visuellen Aspekten, verantwortlich war und er genoss diese Erfahrung in vollen Zügen. Ausserdem machte es ihm Spass, Musik zu komponieren, die er für Moi dix Mois nicht hätte schreiben können. Dieser neue Job erwies sich jedoch als so aufwändig, dass er die Arbeit an dem neuen Moi dix Mois-Album immer wieder verschieben musste. Schließlich wurde ihm klar, dass er als Producer würde zurücktreten müssen, um genug Zeit zu finden, mit seiner eigenen Band arbeiten zu können. Nitchsdestotrotz arbeitet er vorerst weiterhin als Komponist für Kanon. Er schrieb sechs der dreizehn Songs auf ihrem zweiten Album "Shojo Jikakeno Libretto - Lolitawork Libretto", das im Juli 2010 erschien, darunter "Toumei no kagi", welches als Tie-In für das Online-Videospiel AVALON no kagi verwendet wurde, und LOLITAWORK LIBRETTO -Storytelling by solita-, eine Zusammenarbeit mit der jungen französischen Sängerin Solita. Wie schon seine Vorgänger, wurde das Album in Japan, Europa und den USA veröffentlicht.

Während er mit Kanon arbeitete, wurde es still um Moi dix Mois. In 2008 spielten sie nur drei Konzerte: ein Multi-Band-Event im Januar, Manas Geburtstagskonzert im März und Midi:Nettes Dis Inferno-Party im Dezember. Diese Parties und Geburtstagskonzerte finden einmal jährlich statt und zeigen, neben einem Moi dix Mois-Livekonzert, die Bandmitglieder in Sessionbands, in denen sie oft andere Instrumente spielen als in Moi dix Mois, in Comedy-Sketchen und beim zur Schau stellen von verborgenen Talenten, wie zum Beispiel Zaubertricks. Ihre Kostüme sind handgefertigt und umfassten bisher unter anderem Seth als Yakuza und afroamerikanischer Enkasänger Jero, Juka und Kaya als das russische Popduo t.A.T.u. (die sich sogar detailgetreu küssten, ebenso wie die beiden angeblich lesbischen Mädchen), Sugiya als Baum, K als holde Maid und Mana als Weihnachtsmann und Snoopy.

Erst 2009 wurden Moi dix Mois wieder aktiver. Im Juli spielten sie endlich ihr erstes Konzert in den USA, als sie als Ehrengäste auf der Anime Expo in Anaheim, Kalifornen, auftraten. Im Oktober spielten sie auf dem zweitägigen V-Rock-Festival, zusammen mit japanischen Größen wie the GazettE und La'cryma Christi und internationalen Stars wie Marilyn Manson. Mana nutzte diese Gelegenheit ausserdem, um sein Laufstegdebüt als Model für Moi-même-Moitié zu machen, und sowohl Moi dix Mois' Auftritt als auch die Modenschau wurden live im Internet übertragen. Einige Wochen später gastierten Moi dix Mois schließlich auf einem von der Band D veranstalteten Event namens Mad Tea Party.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Moi dix Mois treten nur selten mit anderen Bands zusammen auf, doch im Dezember 2008 sorgte Mana für freudige Überrraschung bei seinen Fans, als er ankündigte, dass Malice Mizer-Mitbegründer Közi Ehrengast auf der diesjährigen Dis Inferno-Party sein würde. Wie erwartet, umfasste das ausverkaufte Event Liveauftritte ihrer jeweiligen Soloprojekte, jedoch auch ein kurzes Malice Mizer-Revival, als sie zusammen "Speed of Desperate", den ersten Song, den sie jemals zusammen aufgenommen hatten, und "N.p.s.N.g.s. " performten. Ihre Wiedervereinigung zog auch viele Gratulanten aus der Jrockszene an, darunter Malice Mizers ersten Sänger Tetsu (jetzt bei NIL) und Kamijo (Versailles), der seine Karriere einst als Roadie für Malice Mizer begonnen hatte.

Nachdem Moi dix Mois bereits ein Two-Man-Event namens Dark Sanctuary mit D'espairsRay veranstaltet hatte, brachen sie im Juli 2009 zusammen mit Közi zu einer zwei Stationen umfassenden Couplingtour namens Deep Sanctuary auf. Zur gleichen Zeit zeigte der bekannte Gitarrenhersteller ESP, der sowohl Manas als auch Közis Gitarren herstellt, eine Ausstellung mit Gitarren der beiden Künstler. Wie schon Dis Inferno, war auch diese Tour sehr erfolgreich und so entschlossen sie sich, das Ganze im Juli 2010 mit Deep Sanctuary 2 zu wiederholen und dabei neben Tokio und Osaka diesmal auch Saitama, Kobe, Nagoya und Sendai zu bereisen. Ehrengast auf ihrem ausverkauften Konzert im Akasaka Blitz war Yu~ki, der seit Malice Mizers Trennung vor neun Jahren nicht mehr öffentlich aufgetreten war. Mana und Közi hatten bereits im Vorjahr versucht, ihn zum Mitwirken zu überreden, doch er hatte gezögert. Nicht so dieses Mal. Nachdem Közis Soloprojekt und Moi dix Mois ihre Auftritte beendet hatten, wurden die Fans ins Jahr 2000 zurückversetzt als der Vorhang sich hob und den Blick auf Mana, Közi und Yu~ki freigab, die ihre Malice Mizer-Instrumente umgeschnallt hatten - Mana seine alte, blaue Jeune Fille, Közi Akauzu-kun und Yu~ki seinen Bass - und rote Rosen hochhielten, während die Klänge von "Saikai no chi to bara" ("Die Wiedervereinigung von Blut und Rosen" - ihre Revival-Single nach Gackts Ausstieg und Kamis Tod) den Zuschauerraum erfüllten. Obwohl sie seit beinahe einem Jahrzehnt getrennte Wege gegangen waren, war die Chemie zwischen ihnen so warm und stark wie früher. Nun erschien Hayato, verbeugte sich als Respektbezeugung Kami gegenüber vor dem Schlagzeug und zusammen spielten sie zuerst eine Coverversion von Rob Zombies "What lurks on Channel X?" und schliesslich den Malice Mizer-Favoriten "Beast of Blood", bevor sie sich freundschaftlich umarmten und dann Arm in Arm die Bühne verliessen.

Viele Fans vergossen an jenem Abend Tränen der Nostalgie, doch obwohl er eine mögliche Wiedervereinigung nicht ausschliesst, bleibt Mana weiterhin seiner Solokarriere verpflichtet. Er hat die vergangenen acht Jahre damit zugebracht, nach dem perfekten Ausgleich zwischen Klassik und Avant-Garde, Melodie und Aggression, Schönheit und Dunkelheit, zu suchen und jedes einzelne von Moi dix Mois' Alben hat ihn weiter auf dieser Entdeckungsreise vorangetrieben. Ausserdem konnte er eine solide Fanbasis nicht nur in Japan, sondern auch im Ausland aufbauen. "Dis Infernal" ließ den schweren, dunklen und symphonischen Sound auf ein nichtsahnendes Publikum los, das noch in der Traumwelt von Malice Mizer gefangen war. "Nocturnal Opera" verfeinerte diesen Sound und legte den Schwerpunkt auf schöne Melodien, während "Beyond the Gate" eine Rückkehr zu Kompositionen signaliserte, die um Gitarrenriffs herum aufgebaut waren, jedoch auch eine neue, elektronische Dimension hinzufügte. "DIXANADU" schliesslich lenkte die unbändige Energie von "Beyond the Gate" in einen ebenso schweren, dabei aber melodischeren und verträumten Sound, und für Dezember 2010 ist ein weiteres Album, "D+SECT", angekündigt.

Und dann? Was hält die Zukunft für Mana bereit? Das französische Magazin Kogaru fragte ihn einmal, wo er sich in 20 Jahren sieht. Seine Antwort war unmissverständlich: "Ich möchte auf der Bühne spielen bis zu dem Tag, an dem ich sterbe. Musik ist mein Lebenszweck."

Quellen: die offiziellen Websites und Publikationen von Malice Mizer, Moi dix Mois und Moi-même-Moitié, sowie Interviews mit Fool's Mate, SHOXX, UV, Vicious, Da Vinchi, J-Rock Magazine, der Gothic & Lolita Bible, CD Japan, Orkus, JaME und vielen anderen. Ein besonderes Dankeschön an Yuu für das Übersetzen.
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