Kalafina auf der AnimagiC 2012

konzertbericht - 18.08.2012 10:14

An zwei Abenden wurden Geschichten von Hexen, Teufeln und Medien erzählt

Einmal im Jahr und für drei Tage öffnen sich in Bonn die Pforten der Beethovenhalle für die AnimagiC, einer ganz besonderen Convention rund um japanische Anime, Manga, Musik und Spiele. Eines der ganz großen Schwerpunkte in diesem Jahr war unter anderem die Magical-Girl Serie Puella Magi Madoka Magica. Passend dazu wurde das J-Pop Trio Kalafina als musikalischer Ehrengast eingeladen. An den Abenden vom 27. und 28. Juli drängten sich rund 1960 Menschen im bestuhlten Großen Festsaal dicht an dicht, um die Damen erstmals live in Europa bzw. Deutschland erleben zu können.

Die Spannung war greifbar. Überall hörte man aufgeregtes Gemurmel und Gelächter. Die leichte Verzögerung heizte die Ungeduld nur noch weiter an. Nachdem gegen 21:00 Uhr der Moderator auf die Bühne trat, ein paar kurze Hausregeln bekannt gab und die Menge auf Kalafina einschwor, brandete der erste Jubel des Abends auf. Nur wenig später kündeten ein atmosphärisches Intro und die Namen samt jeweiligem Foto der Ladies auf der großen Leinwand im Hintergrund vom tatsächlichen Beginn des Konzertes. Wakana, Keiko und Hikaru eroberten die Bühne unter viel Applaus und eröffneten ihr Set mit "Manten". Diese gefühlvolle Ballade mit rockigem Ambiente schwor die Menge auf den Verlauf des einstündigen Auftritts ein. Doch dann kam "Magia", der Themasong von Madoka Magica. Die Gänge füllten sich plötzlich und andächtiges Schweigen breitete sich aus, während Kalafina das feurige Thema zum Besten gaben und dabei durch Szenen aus der Animeserie auf der Leinwand unterstützt wurden. Der anschließende tosende Applaus wurde nur durch Kalafinas Begrüßung in deutscher Sprache, die sie schön von einem großen Spickzettel ablasen, unterbrochen. Dabei banden die Ladies das Publikum immer mit ein und gewannen so nach und nach die Herzen der Besucher.

Danach wurde mit gleich zwei Black Butler-Themen fortgesetzt: dem traurigen "Kagayaku sora no shijima ni ha", bei dem Kalafina und ganz besonders Hikaru eine sehr starke Mimik zur Schau trugen - in Hikarus Augen glitzerten beispielsweise ein paar Tränen - und dem dramatischen "Lacrimosa". Frenetisch war der Applaus der nach den letzten Tönen von "Lacrimosa" aufkam. Dann ergriff Keiko erneut das Wort und wechselte zwischen ihrer Muttersprache und Deutsch hin und her. Sie war es auch die am Ende des MCs den nächsten Song "Kimi ga hikari ni kaete yuku" ankündigte. Zu der ruhigen und melancholischen Ballade bewegten sich im Publikum vereinzelte Lichter oder Arme hin und her, ansonsten herrschte wieder ehrfürchtige Stille. "oblivious" löste dann einige aus ihrer Starre und animierte die Mutigen unter ihnen zum Mitklatschen. So richtig schien der Knoten beim Publikum aber erst mit "Kyrie" und "Ongaku" zu platzen, sodass der Funken endgültig übergesprungen schien. Selbst Kalafina starteten einen ersten richtigen Animationsversuch.

Kurz vor Schluss schienen beide Parteien endlich warm geworden zu sein. Kalafina selbst wirkten gelöster, wanderten mehr über die Bühne, lehnten sich hin und wieder freundschaftlich aneinander, stachelten die Leute auf und erfreuten sich an deren Reaktionen. Kein Wunder also, dass zu Beginn des nächsten MCs erst einmal nach Luft geschnappt werden musste, bevor sie sich bei ihren Fans bedanken konnten und dann wieder den Zettel herauskramten. Besonders hier zeigte sich auf sehr sympathische Art und Weise wie sie mit ihrem Publikum kommunizierten. Banden sie dieses doch auf charmante Art für die Suche nach einer Vokabel ein. Mit etwas Wehmut wurde dann wenig später die Ankündigung des letzten Liedes, "to the beginning", aufgenommen. Das Publikum erhob sich nach und nach von ihren Stühlen, klatschte oder wippte im Takt mit bzw. schlug die Fäuste in die Luft. Unterdessen legten Kalafina auf der Bühne eine wunderschöne Choreografie hin.

Da sich das Publikum jetzt natürlich nach mehr sehnte, war es nicht sonderlich verwunderlich, dass sie Wakana, Keiko und Hikaru nicht so einfach ziehen lassen würden. "to the beginning" war kaum verklungen, als die Menge die ersten Zugaberufe startete, in die immer mehr AnimagiC-Besucher einfielen. Zur großen Überraschung wurden diese auch tatsächlich erhört und die drei Ladies von Kalafina kehrten sichtlich gerührt und erfreut für die Performance von "sprinter" zurück auf die Bühne. Dieses letzte Lied genossen alle. Wohin man sah, erblickte man glückliche, klatschende und tanzende Leute. Zum Abschluss des Abends verbeugten sich die drei Damen tief. Kurz darauf kam der Moderator noch einmal auf die Bühne und bat alle sich im Raum für ein, zwei Gruppenfotos mit Kalafina zu sammeln, das zum einen von der japanischen Presse und zum anderen von Kalafinas Staff geschossen wurde.


Der zweite Abend unterschied sich vom ersten Abend nur durch ein paar kleine aber feine Abweichungen. Zum einen startete dieses pünktlich um 20:45 Uhr und man freute sich bereits von Anfang an aufeinander, was deutlich zu spüren und zu sehen war. Schon mit dem ersten Lied "Manten" ging das Publikum voll mit und auch auf den Gesichtern Kalafinas sah man häufiger ein Lächeln auf den Lippen als am Vortag. Für die MCs wurden neue deutsche Sätze einstudiert und es wurde am Ende auch wieder ein Gruppenfoto gemacht. Einzig der Titel der Zugabe, die dieses Mal schneller als am Vorabend gewährt wurde, war ein anderer: nämlich "Hikari no senritsu". Der Trend des Mitklatschens wurde hier munter fortgesetzt und man spürte deutlich, dass Kalafina ihre Fans in Deutschland gefunden hatten und sich wohl fühlten.

Die Cosplayer, Metaller und Ottonormalbesucher der AnimagiC aber auch Keiko, Wakana und Hikaru brauchten eine Weile ehe sie sich aneinander gewöhnten, dies merkte man ganz besonders am ersten Abend. Als diese Annäherung dann endlich vollständig vollzogen war, wurde man mit herzlichen, abwechslungsreichen und unvergesslichen Konzerten belohnt. Die grazilen Tanzbewegungen, die tolle Mimik, die satte Musik und die imposanten Gesangsstimmen der Diven im Zusammenspiel mit den Filmszenen und Lichteffekten auf der Leinwand sowie der tollen Akustik im Großen Festsaal der Beethovenhalle ließen beide Kalafina-Konzerte zu einem einmaligen Erlebnis werden.


Setlist 27. Juli 2012:
Manten
Magia
-MC-
Kagayaku sora no shijima ni ha
Lacrimosa
-MC-
Kimi ga hikari ni kaete yuku
oblivious
Kyrie
Ongaku
-MC-
to the beginning

Zugabe:
sprinter

Setlist 28. Juli 2012:
Manten
Magia
-MC-
Kagayaku sora no shijima ni ha
Lacrimosa
-MC-
Kimi ga hikari ni kaete yuku
oblivious
Kyrie
Ongaku
-MC-
to the beginning

Zugabe:
Hikari no senritsu


JaME bedankt sich ganz herzlich bei Kalafina und dem Team der AnimagiC, dass sie diesen Konzertbericht möglich machten.
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